Sommervertretung in Schleswig-Holstein: Eine Entdeckung

27. Juli 2020 | Allgemein

25. Juli 2020

Mein früherer Landeskorrespondent-Kollege in Kiel macht Urlaub. Und ich halte derweil für zwei Wochen die Stellung in Schleswig-Holstein. Nach drei Wochen im gastfreundlichen Hause Oltmanns fahre ich am 25. Juli weiter: Nach Wischhafen, zur Elbfähre. Durch den Wesertunnel, hinter Bremerhaven rechts ab, quer durchs Land. Ich bin überrascht von der sanft gewellten Schönheit der Landschaft: Dank „Libertu“ lerne ich mal unbekannte Ecken des eigenen Landes kennen.

In Wischhafen ist die Ortsdurchfahrt gesperrt, über abenteuerlich schmale Schleichwege (der Gegenverkehr flüchtet bei „Libertus“ Anblick ins Maisfeld) erreiche ich abends die Anlegestelle. Die letzte Fähre ist gerade weg, aber morgen fährt ja wieder eine. Auf dem Parkplatz steht schon ein Dutzend Wohnmobile, ein Plätzchen ist noch frei.

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An der Elbfähre in Wischhafen. Der zweite links neben dem Weißen, da stand „Libertu“

Die Elbe kenne ich nur aus Hamburg und aus der Brandenburger Prignitz. Hier ist hier von beeindruckender Breite. Mit einem sympathischen Ehepaar aus Dänemark komme ich ins Gespräch über Reisen in Corona-Zeiten. Gemeinsam bewundern wir die friedliche Landschaft am großen Strom, während es langsam dämmrig wird.

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Ausblick aus dem Schlafzimmerfenster am nächsten Morgen. Nicht schlecht für einen Parkplatz…

Am nächsten Morgen, es ist Sonntag, nehme ich gleich das erste Schiff um 07:30. An der Elbfähre bilden sich nämlich an Wochenenden gerne lange Staus. Im Regen setzen wir über nach Glückstadt, von dort fahre ich weiter nach Ahrensbök.

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Grauer Van an einem grauen Morgen

Einmal quer durch Schleswig-Holstein. Auf Landstraßen, durch güllegedüngte Felder und kleine Dörfchen: Hübsch hier. Der Regen hört auch auf, in Ahrensbök angekommen strahlt die Sonne vom blauen Himmel (auch in Jever brach nach meiner Abreise der Hochsommer aus, so erfahre ich. Die Friesen lagen platt und ermattet im Schatten: 30 Grad, das können sie nicht verknusen). In Ahrensbök betreibt die Bauernfamilie Steffens eine Eismanufaktur mit Hofladen: Fünf oder sechs „Landvergnügen-Camper“ sind schon da, aber für „Libertu“, der ja keinen Stromanschluss braucht, findet sich noch ein lauschiges Plätzchen an einem Feldweg.

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„Landvergnügen“-Stellplatz bei den Steffens in Ahrensbök. Das Eis ist auch sehr lecker

Das Wetter ist dermaßen schön und die Ostsee so verlockend nah, dass ich am Nachmittag noch schnell nach Sierksdorf düse. An den Strand an der Steilküste am Hansa-Freizeit-Park dürfen Hunde auch in der Hochsaison mit, sogar ohne Leine: Hurra! Türkisblaues, glasklares Wasser, weißer Sand – hachja, die Ostsee ist schon schön…

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Strandidyll in Sierksdorf

Zurück auf dem Bauernhof hocke ich am Abend noch lange mit Malte und Anna aus Kiel zusammen: Malte ist jede freie Minute mit einem ausgebauten VW-Bus unterwegs, wir fachsimpeln, schlürfen lecker Weinchen und ich bekomme tolle Tipps für Themen aus Schleswig-Holstein: Büsum und Heiligenhafen erfinden sich gerade neu, erzählt Malte. Büsum an der Nordsee lockt mit einer Familienlagune junge Leute an und Heiligenhafen an der Ostsee wird cool und hip. Spannend. Also auf nach Büsum. Aber erst einmal in Kiel den Büroschlüssel abholen.

1 Kommentar

  1. Hallo Vanja…wünsche dir eine schöne Zeit … werde deine Kurzgeschichten verschlingen…herzliche Grüße … ELfi

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